Wanderschuhwerk

Typische Wanderschuhe

Beim Wanderschuhe bzw. Wanderschuhwerk handelt es sich um Schuhwerk, welches hauptsächlich zum Wandern oder Bergsteigen verwendet wird. Alle Wanderschuhwerke sollen dem Träger einen gewissen Komfort bieten, aber vor allem vor Verletzungen schützen. Je nach Art reicht dieser Schutz von Verletzungen durch scharfe/ spitze Gegenstande auf dem Boden und Schutz vor Stößen, Kratzern oder gar Bissen bis hin zum Schutz vor Nässe und Kälte aber auch UV-Strahlung.

Das Schuhwerk kann dem Fuß zusätzliche Stabilität verleihen und somit vor Verletzung durch Fehltritte oder Ermüdung bewahren.

Inhaltsverzeichnis Wanderschuhwerk
Inhaltsverzeichnis
1. Arten und Kategorien1.1. Einsatzkategorien1.1.1. Kategorie A: Leichtwanderschuhe1.1.2. Kategorie A/B: Wanderstiefel1.1.3. Kategorie B: Leichter Trekkingstiefel1.1.4. Kategorie B/C: Schwerer Trekkingstiefel1.1.5. Kategorie C: Hochgebirgsstiefel1.1.6. Kategorie D: Ultimativer Hochgebirgsstiefel1.2. Arten von Schuhwerken1.2.1. Barfußschuhe und minimalistische Wanderschuhe1.2.1.1. Vorteile Barfußschuhe/ minimalistischer Schuh1.2.1.2. Nachteile Barfußschuhe/ minimalistischer Schuh1.2.2. Wandersandalen1.2.2.1. Vorteile Wandersandale1.2.2.2. Nachteile Wandersandale1.2.3. Trail-running Schuhe1.2.3.1. Vorteile Trail-running Schuhe1.2.3.2. Nachteile Trail-running Schuhe1.2.4. Wanderschuhe1.2.4.1. Vorteile Wanderschuhe1.2.4.2. Nachteile Wanderschuhe1.2.5. Zustiegsschuhe/ Approachschuhe1.2.5.1. Vorteile Zustiegsschuhe1.2.5.2. Nachteile Zustiegsschuhe1.2.6. Wander- und Trekkingstiefel1.2.6.1. Vorteile Wanderstiefel1.2.6.2. Nachteile Wanderstiefel1.2.7. Wandergummistiefel1.2.7.1. Vorteile von Wandergummistiefel1.2.7.2. Nachteile von Wandergummistiefel1.2.8. Wüstenstiefel1.2.8.1. Vorteile von Wüstenstiefel1.2.8.2. Nachteile von Wüstenstiefel1.2.9. (ultimativer) Hochgebirgsstiefel1.2.9.1. Vorteile von Bergstiefel1.2.9.2. Nachteile von Bergstiefel2. Aufbau/ Konstruktion2.1. Schaft2.1.1. Obermaterial2.1.1.1. Leder2.1.1.1.1. Vorteile2.1.1.1.2. Nachteile2.1.1.2. Nylon2.1.1.2.1. Vorteile2.1.1.2.2. Nachteil2.1.1.3. Gummi2.1.1.4. Baumwolle2.1.1.5. Plastik2.1.2. Wasserdichte Membran2.1.3. Futter (Innenschaft)2.1.3.1. Isolierung2.1.4. Features2.1.4.1. Binde- bzw. Verschluss-Systeme2.1.4.1.1. Traditionelles (Schnürsenkel) Bindungssystem2.1.4.1.2. Schnell-Öffnungssysteme2.1.4.2. Zehschutzkappe und Geröllschutzband2.2. Sohle2.2.1. Laufsohle2.2.1.1. Material2.2.1.1.1. Gummi2.2.1.1.2. PVC2.2.2. Zwischensohle 2.2.2.1. Material 2.2.2.1.1. EVA 2.2.2.1.2. PU 2.2.2.2. Gelenkfeder 2.2.3. Innensohle2.2.3.1. Einlegesohle3. Das könnte dich auch interessieren...3.1. Tourvorbereitung3.2. AUF der Tour3.3. NACH der Tour3.4. Externe Links4. Weblinks

Arten und Kategorien

Einsatzkategorien

Für Wanderschuhe und -stiefel hat die Firma Meindl in den 1970er Jahren die sogenannten Einsatzkategorien A bis D entwickelt. Der Übergänge zwischen den Kategorien ist teilweise fließend und die Kategorien sind daher nicht immer ganz eindeutig von einander abzugrenzen. Aus diesem Grund gibt es auch Kategorien wie A/B oder B/C. 

Die Zuordnung zu den einzelnen Kategorien ergibt sich durch ihre Konstruktion bzw. Form. Damit verbunden sind Eigenschaften wie Stabilität und Steifigkeit. Diese wiederum entscheiden dann letztlich über den geeigneten Einsatzzweck.

Die Meindl-Kategorisierung wird in dieser oder ähnlicher Form auch von anderen Herstellern genutzt.

Kategorie A: Leichtwanderschuhe

Kategorie A Wanderschuh
Leichtwanderschuh - Lowa Maddox GTX (unbezahlte Werbung)

Schuhe der Kategorie A zeichnen sich durch einen niedrigen Schuhschaft aus, welcher lediglich bis unter den Knöchel reicht (Halbschuhe). Sie sind komfortabel, bieten selbst aber wenig Stabilität im Knöchelbereich. Grundsätzlich sind sie daher hauptsächlich für sehr gut ausgebaute Wege geeignet, bei denen der Fuß wenig Unterstützung benötigt (flache oder befestigte Wege). Oftmals handelt es sich dabei um Schuhe für die Freizeit bzw. Alltag oder für einfache Tageswanderungen.

Kategorie A/B: Wanderstiefel

Leichtwanderstiefel
Wanderstiefel - Lowa Innox Pro (unbezahlte Werbung)

Wanderstiefel dieser Kategorie sind durch ihren hohen Schaft (über den Knöchel) und relativ steife Sohle – wenn auch verwindbar – etwas stabiler als Wanderschuhe der Kategorie A. Sie sind daher ideal für gut ausgebaute Wanderwege im Mittelgebirge (meist teilbefestigt, vereinzelt loser Untergrund) und mittelschweren Gepäck. Oftmals sind sie das Einstiegsmodell fürs Wandern oder die gewichtsoptimierte Schuhe für geübte Wanderer.

Kategorie B: Leichter Trekkingstiefel

Leichter Trekkingstiefel
Trekkingstiefel - Lowa Renegade (unbezahlte Werbung)

Schuhe der Kategorie B sind die Allrounder fürs Wandern. Sie zeichnen sich durch einen stabilen knöchelhohen Schuhschaft und eine torsionssteife (verwindungssteifen) Sohle aus. Dies macht sie zu den idealen Schuhen auf Wanderwege in den Mittelgebirgen bzw. gut ausgebaute Wanderwege im Hochgebirge. Darüber hinaus sind sie auch für leichte Trekkingtouren geeignet.

Kategorie B/C: Schwerer Trekkingstiefel

Schwere Trekkingstiefel - Lowa Camino GTX (unbezahlte Werbung)

Schwere Trekkingstiefel sind noch stabiler als Schuhe der Kategorie B. Ihr steifer hoher Schaft ermöglicht anspruchsvolle Trekkingtouren – vor allem mit schweren Gepäck. Die steife Sohle eröffnet zudem unwegsame Hochgebirgswanderwege mit klarer Streckenführung sowie Klettersteige. Ihre Sohle ermöglicht auch den Einsatz von Leichtsteigeisen. Damit können vereiste Rinnen oder weniger steile Gletscher gequert werden. Sie sind die Allrounder fürs Trekking.

Kategorie C: Hochgebirgsstiefel

Hochgebirgsstiefel
Hochgebirgsstiefel - Lowa Cevedale EVO GTX (unbezahlte Werbung)

Hochgebirgsstiefel sind besonders stabil und für anspruchsvolles Terrain gedacht. Ihre harte, trittstabile Sohle sind in Fels, Wand und Geröll sowie auf sehr groben Untergrund sehr nützlich. Zu dem sind sie bedingt für Steigeisen geeignet und ermöglichen Touren auf Gletschern. Ihr steifer hoher Schaft ist ein ernstzunehmender Umknickschutz. Hochgebirgsstiefel sind daher auch für sehr schweres (Wildnis-) Trekking (Mehrtageswanderung) geeignet.

Kategorie D: Ultimativer Hochgebirgsstiefel

Ultimativer Hochgebirgsstiefel - Lowa Expedition (unbezahlte Werbung)

Der ultimative Hochgebirgsstiefel oder auch Expeditionsstiefel ist für den Einsatz in vereisten bzw. vergletscherten Gelände entwickelt. Auf steileren Gletschern, Eistouren und beim Eisklettern sind diese Schuhe ganz in ihrem Element. Diese Stiefel haben einen harten, sehr hohen wasserdichten Plastik-Schaft und sind meist warm gefüttert. Sie haben eine besonders steife und absolut steigeisen-geeignete Sohle. Diese ist nicht nur trittstabil, sondern verbiegt sich selbst beim Einsatz von Frontalzacken nicht. 

Arten von Schuhwerken

Insgesamt gibt es sehr viele Arten von Schuhwerken, die heutzutage fürs Wandern genutzt werden. Die beliebtesten sind:

  • Barfuss-Schuhe und minimalistische Wanderschuhe
  • Wandersandalen
  • Trail-running Schuhe
  • Wanderschuhe
  • Zustiegsschuhe
  • Wander- und Trekkingstiefel,
  • (ultimativer) Hochgebirgsstiefel.

Jedes dieser Schuhwerke spielt seine Vorteile je nach Wanderweg, Tourdauer, Wetter/ Klima aber auch in Abhängigkeit der Fitness aus. 

Barfußschuhe und minimalistische Wanderschuhe

Barfußschuhe

Barfußschuhe haben den Anspruch ein besonders natürliches Gehgefühl zu vermitteln. Dafür sind sie mit einer sehr dünnen und flexiblen, aber auch griffigen Sohle versehen. Bei vielen Modellen haben die Zehen eigene Zehboxen.

Der minimalistische Schuh ist zwischen Barfußschuh und Sneaker einzuordnen. Es ist ein leichtgewichtiger und flexibler Schuh ohne Fussgewölbeunterstützung. Die Sohle ist ebenfalls sehr dünn und weist kein bzw. nur ein sehr geringes „Gefälle“ von der Ferse zum Vorderfussbereich auf. Zusätzlich ist die Zehenbox wesentlich größer und verleiht den Zehen mehr Bewegungsfreiheit im Schuh.

Vorteile Barfußschuhe/ minimalistischer Schuh
  • Sehr natürliches (Barfuß) Laufgefühl
  • Ermutigt den natürlichen aufprallarmen Gang – belasten dabei aber die Achillessehne stärker
  • Trainiert die gesamte Laufmuskulatur
  • Gutes Gefühls für die Beschaffenheit des Untergrundes; ermöglicht schnelles reagieren auf den Untergrund und kann so Umknicken vermeiden
  • Leichter als trail-running und Wanderschuhe/ -stiefel
  • sehr gut für Flussdurchquerungen geeignet
  • Trocknen schnell
  • Klein und kompakt – benötigen nicht viel Platz im Gepäck
  • Sehr vielseitig und für viele Arten von Out- und Indoor-Aktivitäten geeignet
Nachteile Barfußschuhe/ minimalistischer Schuh
  • Fehlende Steifigkeit und Unterstützung führt zu stärkerer Ermüdung und kann das Verletzungsrisiko erhöhen – je untrainierter die Fußmuskulatur desto höher das Risiko. Benötigt Aufbautraining der Fußmuskulatur. Auf längeren Wanderungen daher nur für sehr gut trainierte Füße/ Beine geeignet.
  • Sehr eingeschränkter Temperaturbereich – viele sind nicht sehr atmungsaktiv bei Hitze, aber auch nicht ausreichend isoliert für Kälte

Wandersandalen

Wandersandalen

Wandersandalen sind Sandalen speziell zum Wandern. Sie sind ideal für gelegentliches Wandern auf sehr gut erschlossenen Wanderwegen im Sommer. Mittlerweile gibt es eine Vielfalt an Wandersandalen. Eigenschaften wie dämpfende Sohlen, Zehenschutz und umrundeter Kantenschutz ermöglichen auch längere und anspruchsvollere Wanderungen.

Vorteile Wandersandale
  • Hoch atmungsaktiv – daher ideal für Sommer bzw. für Wanderungen bei heißem Wetter; Füße bleiben trocken und kühl (reduziertes Blasenrisiko)
  • Modelle mit dünner Sohle vermitteln barfuss-ähnliches Laufgefühl (gutes Gefühl für den Untergrund)
  • gut für Flussdurchquerungen geeignet (mit Zehen- und Kantenschutz)
  • trocknen schneller als Schuhe (sofern nicht aus Leder)
  • müssen nicht eingetragen werden
  • sehr schnelles an- und ausziehen
Nachteile Wandersandale
  • ungeeignet in Gebieten mit stachliger Bodenvegetation oder Geröllhalden – vor allem mit kleinen spitzen Steinen (schmerzhaft unter der Fußsohle)
  • ungeeignet bei kalten Bedingungen – insbesondere im Schnee
  • Füße sind der UV Strahlung ausgesetzt – zusätzliche Sonnenschutzmaßnahmen notwendig (Sonnencreme)
  • können teilweise relativ schwer sein
  • punktuelle Belastung an den Riemen kann das Blasenrisiko erhöhen

Trail-running Schuhe

Trail-running Schuh

Trailrunning Schuhe sind Laufschuhe, die speziell an die Anforderung auf naturbelassenen Pfaden angepasst sind. Ihr relativ geringes Gewicht, die dämpfende Sohle und die schnell trocknende Eigenschaft macht sie sehr populär auf Fernwanderwanderungen.

Vorteile Trail-running Schuhe
  • geeignet für 3 Jahreszeiten – vor allem für warme und feuchte Bedingungen, da sie schneller trocknen und atmungsaktiver als Wanderschuhe sind (sofern sie keine wasserdichte Membran aufweisen),
  • leichter als Wanderschuhe
Nachteile Trail-running Schuhe
  • ungeeignet in winterähnliche Bedingungen (kalt, Schnee)
  • auf Grund der weichen und nicht-verwindungsfesten Sohle ungeeignet für Klettereinlagen
  • wesentlich geringere Haltbarkeit im Vergleich zu Wanderschuhen und -stiefeln
  • schwerer als Barfuss- oder minimalistische Schuhe
  • bieten weniger Unterstützung als Wanderstiefel – eine gut trainierte Fußmuskulatur ist wichtig
Kategorie A Wanderschuh
Wanderschuhe - LOWA Maddox GTX (unbezahlte Werbung)

Wanderschuhe sind Halbschuhe mit einer steiferen Mittelsohle als minimalistische Schuhe oder Trailrunning-Schuhe. Diese schützt die Fußsohle besser vor scharfen Kanten und Ermüdung. Wanderschuhe bieten minimale Unterstützung für die Knöchelstabilität bei weiterhin hoher Beweglichkeit im Fuß.

Vorteile Wanderschuhe
  • Schont Fußsohle auf groben Untergrund (scharfen Steinkanten) und reduziert damit die Ermüdung durch eine stabilere Zwischensohle
  • Gute Wahl wenn es etwas schlammiger wird (aber nicht knöcheltief)
  • Besser geeignet für kühlere Bedingungen als andere Halbschuhe und Sandalen
  • Haltbarer als Trail-running Schuhe
  • Leichter als Wanderstiefel
Nachteile Wanderschuhe
  • Weniger Stabilität und Unterstützung als Wanderstiefel
  • Weniger atmungsaktiv als minimalistische Schuhe und Trailrunning Schuhe (ohne Membran) oder gar Sandalen
  • Schwerer als Trail-running Schuhe
  • Benötigen länger zum trocknen als andere Halbschuhe und Sandalen
  • Wenig geeignet für Winterwanderungen – vor allem auf harten Schnee, Eis
  • Auf Grund des kurzen Schaft nur bedingt geeignet für schlecht erschlossene Pfade (weniger Schutz gegen kleine Steine, Dornen und Stacheln)

Zustiegsschuhe/ Approachschuhe

Zustiegsschuh

Zustiegsschuhe sind Wanderschuhe fürs alpine Gelände, welche auch Klettern in technisch einfachen Gelände am Fels unterstützen (Kletterstieg, Klettern ohne Seil). Hierfür sind sie mit einer relativ steifen Sohle mit griffigen Sohlengummi versehen. Eine Kletterschnürung bis weit nach vorne zu den Zehen sowie die teilweise vorhandene „Climbing Zone“ im vorderen Sohlenbereich verbessern die Klettereigenschaften. Viele Modelle bieten darüber hinaus auch noch Abriebschutz wie beispielsweise Gummi- und Geröllschutzrand und eine Zehenschutzkappe.

Vorteile Zustiegsschuhe
  • Ein Schuh fürs (alpine) Wandern (steifere Sohle) und technisch einfaches Klettern (Halbschuh für mehr Bewegungsfreiheit im Fuß)
  • ansonsten gleiche Vorteile wie Wanderschuhe
Nachteile Zustiegsschuhe
  • Steifere Sohle bieten weniger Komfort als Wanderschuhe auf sehr gut erschlossenen Wanderwegen
  • ansonsten gleiche Nachteile wie Wanderschuhe

Wander- und Trekkingstiefel

Wanderstiefel - LOWA Alpine Pro GTX (unbezahlte Werbung)

Diese Schuhwerkskategorie zeichnet sich durch einen Schaft aus, der über die Knöchel reicht. Je nach Steifigkeit des Schafts und der Sohle handelt es sich um die Kategorie AB, B oderC nach Meindl (siehe oben „Einsatzkategorien“ LINK).  In den Kategorien B/C bzw. C sind sie teilweise für Gletschertouren geeignet.

Wanderstiefel bieten insgesamt mehr Unterstützung und Schutz und sind ideal für anspruchsvollere Touren.

Vorteile Wanderstiefel
  • Erhöhter Schaft erschließt auch anspruchsvolleres Terrain: schützt vor Eindringen von Steinen (Geröllfelder), Wasser (flache Flussdurchquerungen) und Schlamm, aber auch vor Buschwerk; 
  • Mehr Stabilität als Halbschuhe und – je nach Steifigkeit der Konstruktion – für schwereres Gepäck geeignet
  • Modelle der Kategorie C (hoher steifer Schaft) bieten ernsthaften Umknick-Schutz
  • Warm und daher auch für kalte Bedingungen geeignet
  • Sehr robust und haltbar – bei guter Pflege hat man viele Jahre etwas von den Schuhen
Nachteile Wanderstiefel
  • Wesentlich schwerer als Wanderschuhe – Gewicht erhöht die Ermüdung und damit das Verletzungsrisiko
  • Nur sehr bedingt für warmes Wetter bzw. Regionen geeignet, da ihre Atmungsaktivität stark eingeschränkt ist (schweißnasse Haut erhöht Blasenrisiko)
  • Oftmals einlaufen notwendig – insbesondere bei den Ledermodellen
  • Brauchen lange zum trocknen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit durch hohen Schaft
  • Relativ teuer

Wandergummistiefel

Wandergummistiefel (Tretorn/ Aigle)

Wandergummistiefel sind Gummistiefel speziell zugeschnitten fürs Wandern. Ihr sehr hoher Schaft besteht oftmals aus Naturkautschuk in Verbindung mit einer Laufsohle, welche man auch bei Wanderstiefel antrifft. Der Naturkautschuk verleiht ihnen absolute Wasserdichtigkeit und macht sie so ideal für besonders nasse Regionen bzw. sehr feuchten Untergrund (z.B. Skandinavien). Vulkanisierter Naturkautschuk (Gummi) besitzt darüber hinaus noch die Eigenschaft bei tiefen Temperaturen elastisch zu bleiben, d.h. Wandergummistiefel sind auch für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt – mit entsprechender Isolierung – geeignet (bis ca. -15 Grad). Bei großer Kälte wird Gummi allerdings hart und spröde (unterhalb der sog. Glasübergangstemperatur). Hochwertiger als Naturgummi ist Polyurethan (PU). Es ist vor allem beständiger gegen Kälte, aber in Europa weniger üblich.

Vorteile von Wandergummistiefel
  • Absolut wasserdicht und damit perfekt für besonders feuchte und nasse Regionen geeignet (z.B. Skandinavien)
  • Relativ pflegeleicht – müssen aber vor Austrocknung und UV-Strahlung geschützt werden
Nachteile von Wandergummistiefel
  • Wesentlich geringere Atmungsaktivität als Wanderstiefel aus anderen Materialien (Leder, Mesh, etc.) und daher nicht für warme Temperaturen eher ungeeignet
  • Bieten – trotz hohen Schafts – oftmals wesentlich weniger Stabilität für den Fuß als Wanderstiefel
  • Relativ schwer

Wüstenstiefel

Wüstenstiefel

Es handelt sich um einen leichten Wanderstiefel speziell für Wüsten bzw. Safaries. Sie bestehen meist aus atmungsaktiven Obermaterial wie Mesh, Baumwolle oder auch Leder bzw. einer Kombination aus diesen Materialien.

Vorteile von Wüstenstiefel
  • Wesentlich atmungsaktiver als Wanderstiefel
  • Bieten Schutz vor vor UV-Strahlung, stachligen Pflanzen – je nach Konstruktion auch vor Bissen/ Stichen und damit zusammen mit der besseren Atmungsaktivität ideal für heiße und sonnige Regionen
  • Relativ schnell trocknend (außer die Ledermodelle)
Nachteile von Wüstenstiefel
  • durch den Einsatz von Mesh oder Baumwolle nicht wasserdicht

(ultimativer) Hochgebirgsstiefel

Hochgebirgsstiefel - LOWA Expedition 6000 EVO (unbezahlte Werbung)

Der (ultimative) Hochgebirgsstiefel ist kein Wanderstiefel im engeren Sinne. Er ist für Bergsteigen und Eisklettern – insbesondere in großer und eisiger Höhe – konzipiert. Für diesen Zweck hat er eine extrem steife Sohle, welche technisches Klettern – mit und ohne Steigeisen – ermöglicht. Durch das fehlende Abrollverhalten der steifen Sohle ist er nicht für längere Wanderungen geeignet. Der Bergstiefel besteht üblicherweise aus einer absolut wasserdichten und kälte-isolierten Plastik-Schale.

Vorteile von Bergstiefel
  • Ideal für Bergsteigen, Gletschertouren und Eisklettern in (sehr) kalten Bedingungen
  • Extrem widerstandsfähig und haltbar
Nachteile von Bergstiefel
  • Völlig ungeeignet fürs Wandern:
    • sehr steife und klobige Konstruktion
    • wasserdichte aber nicht atmungsaktive Plastikschale (zu warm und schweißtreibend)
  • sehr teuer

Aufbau/ Konstruktion

Das Wanderschuhwerk besteht grundsätzlich immer aus einem Schaft (oberer Schuhteil) und einer (mehrlagigen) Sohle. Beide Hauptelemente werden separat gefertigt und dann auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden – sog. Macharten (flexibel genäht, durchgenäht, rahmengenäht oder geklebt).

Grafik Konstruktion Wanderstiefel

Der Schuhschaft ist der obere Teil – oberhalb der (Brand-) Sohle. Es ist die flexible Form um den Fuß herum. Die Ausprägungen sind sehr manigfaltig – von quasi nicht existierenden (Sandale) bis hin zu sehr hohen Schäften (z.B. Gummistiefel).

Die meisten Wanderschuhen bzw. -stiefeln bestehen entweder aus Leder und Nylon bzw. eine Kombination aus beiden Obermaterialien. Zur Verbesserung der Wasserdichtigkeit sind Schuhe mit diesen Oberstoffen oftmals mit einer wasserdichten Membran versehen. Für ganz spezielle Anforderungen sind hingegen Baumwolle (Wüste), Gummi (Feuchtgebiete) und Plastik (Eisklettern) besser geeignet.

Die natürlichen Eigenschaften von Leder machen es ideal für klassisches Wanderschuhwerk. Es ist ideal für 3 Jahreszeiten-Wanderungen in gemäßigten mitteleuropäischen Klima.

  • sehr gutes Fußklima
    • von Natur aus atmungsaktiv
    • absorbiert und verteilt Feuchtigkeit/ Schweiß schnell und effizient; diese Fähigkeit behält es auch bei steigenden Temperaturen (im Gegensatz zu künstlichen Membranen)
  • komfortabel und flexible; Leder hat die Fähigkeit sich zu dehnen und in dieser Form dauerhaft zu bleiben („Schuh einlaufen“)
  • wasserdicht durch einfache Behandlung und Pflege (z.B. Imprägnierwachs) – insbesondere die Modelle, die fast vollständig auf Nähte verzichten
  • langlebig
    • Leder ist robust und abriebfest; bietet gute Reißfestigkeiten, da die Fasern nicht in eine feste Richtung ausgerichtet sind
    • bei richtiger Pflege und Lagerung bleiben die natürlichen Eigenschaften lange bestehen
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • von Natur aus nicht wasserdicht (erst durch einfache Behandlung erreichbar, siehe oben);
  • wenn oberflächliche Imprägnierung versagt, dann saugt sich Leder mit Wasser voll (Schuh wird signifikant schwerer) und trocknet nur sehr langsam (wichtig: Trocknungsprozess nicht beschleunigen, sonst drohen dauerhafte Schäden, z.B. falls zu nah an Offen, Heizung oder bei direkter Sonneneinstrahlung getrocknet)
  • schwer

Nylon ist auf Grund seiner besonderen Eigenschaften und Vorteile sehr populär geworden. Nylon kann jedoch nicht durch einfache Mittel – wie bei Leder – eine Wasserdichtigkeit verliehen werden. Aus diesem Grund sind Nylon-Wanderschuhe oft mit einer zusätzlichen wasserdichten Membran zwischen Obermaterial und Futter ausgestattet (siehe unten). Die Vor- und Nachteile von Nylon – ohne wasserdichte Membranschicht – hier im Überblick:

  • leichtgewichtig
  • hoch atmungsaktiv und damit für sehr warme Bedingungen geeignet
  • sehr komfortabel
  • schnell trocknend
  • einfache Pflege
  • nicht wasserdicht – erst in Kombination mit einer zusätzlichen wasserdichten Membran
  • hoch atmungsaktiv; aber häufig beeinträchtigt, wenn:
    • Nylon mit nicht-atmungsaktiven Futter-Schäumen oder Trägermaterial kombiniert wird,
    • beim Verkleben von (atmungsaktiven) Materialien Vollklebstoff großflächig verwendet wird (schafft Barriere für die Luftbewegung)
  • wenig bis kein „Einlaufen“ wie bei Leder möglich (Schuhe müssen von Anfang an optimal passen)
  • Steinsplitter und Schmutz können leichter als bei Leder eindringen (wasserdichte Membran in Nylonschuhen hält nicht so lange wie Membrane in Lederschuhen)

In besonders feuchten Umgebung spielt vulkanisierter Naturkautschuk bei Wandergummistiefel seine Vorteile aus (z.B. Moore, Skandinavien). Gummi ist absolut wasserdicht und geschmeidig. Allerdings ist Gummie auch sehr schwer. Es bleibt unter Null weiterhin elastisch, aber bei zu tiefen Temperaturen wird Gummi spröde und verliert seine Vorteile (unterhalb der sog. Glassprungtemperatur).

Neben Leder findet man lediglich noch Baumwolle als natürliches Material bei Wanderschuhen. Ihr Einsatzzweck beschränkt sich auf Wüstenstiefel. Hier kann Baumwolle – bei trockenen Wetter – ihren atmungsaktiven Vorteil ausspielen. Bei Regen hingegen gewährt sie keinen Schutz. Zusätzlich saugt sich das Gewebe mit Wasser voll und leitet das Wasser an den Druckstellen ins Innere weiter. Das vollgesaugte Gewebe macht den Schuh nicht nur wesentlich schwerer sondern lässt ihn auch seine Atmungsaktivität einbüßen.

Schuhwerk aus Plastik findet fast ausschließlich bei Berg- und Ski-Stiefel Anwendung (Einsatzkategorie D). Es ist besonders steif und absolut wasserdicht – und dies auch bei sehr niedrigen Temperaturen. Das sind Eigenschaften, die Plastik ideal für den Einsatz in eisigen Höhen macht.

Wasserdichte Membran

Um dem Wanderschuhwerk Wasserdichtigkeit zu verleihen (Nylon) bzw. zu verbessern (Leder), sind viele Modelle mit einer wasserdichten Membran zwischen Oberstoff und Futterstoff versehen. Die Wasserdichtigkeit wird allerdings durch eine reduzierte Atmungsaktivität erkauft. Schuhe mit wasserdichter Membran sind somit weniger für warme Temperaturen geeignet (erhöhtes Blasenrisiko durch schweißnasse Haut). Die dünne Membranschicht ist sehr empfindlich gegenüber mechanischen Kräften. Einmal geschädigt, verliert sie ihre wasserdichte Eigenschaft. Dies ist inbesondere bei Nylonschuhen nicht mehr zu kompensieren. Allerdings sind sie heutige Modelle wesentlich langlebiger geworden – insbesondere auch weil sie nicht mehr großflächig sondern nur noch punktuell zwischen Obermaterial und Futter eingeklebt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Membranen:

  • Mikroporöse Membranen (z.B. Gore-Tex)
  • Geschlossenzellige Membran (z.B. Sympatex)

Beide Arten von Membranen haben eine ähnliche Wirkung, aber mit sehr unterschiedlichen Wirkungsprinzipien. Aus ökologischen Gesichtspunkten sind alle mikroporöse Membranen stark bedenklich, welche auf PFC Basis hergestellt werden. Erfreulicherweise sind aber immer mehr PFC-freien Membranen verfügbar. Geschlossenzellige Membranen sind ökologisch wesentlich weniger bedenklich. Allerdings sind sie im Schuhbereich weniger anzutreffen als beispielsweise bei Regenjacken.

Futter (Innenschaft)

Beim Futter bzw. dem Innenschaft wird heutzutage hauptsächlich auf synthetische Materialen  zurückgegriffen. Im Vergleich zu Leder haben Kunstfasern folgende Vorteile:

  • bessere feuchtigkeitsableitende Fähigkeit
  • atmungsaktiver
  • trocknet schneller
  • leichter
  • bessere Haltbarkeit

Beim Einsätze in kälteren Regionen oder Jahreszeiten ist ein zusätzlicher Kälteschutz notwendig. Hierbei werden synthetische Alternativen zu Wolle oder Daune verwendet, die auch bei Nässe (Schweiß) ihre isolierenden Eigenschaften nicht verlieren. Dazu gehören u.a. Marken wie Polartec, Thinsulate und Primaloft .

Binde- bzw. Verschluss-Systeme

Ein gutes Schnürsystem ist wichtig, um die optimale Leistung aber auch Komfort zu gewährleisten. Das System zieht sich über den Fußspann bis teilweise bis ganz nach vorne zu den Zehen.

Zu dem klassischen Schnürsenkel (Schleifen) Bindesystem gesellen sich immer mehr sog. Schnell-Öffnungssysteme. Je nach Ausführung sind diese relativ einfach oder sehr ausgefeilt konstruiert.

Traditionelles (Schnürsenkel) Bindungssystem

Beim klassischen Bindungssystem fixiert der Schnürsenkel den Schaft um den Fuß.

Der Schnürsenkel wird durch Ösen, D-Ringe, Schlaufen, Hacken, Mini-Umleitrollen oder winzige Metalltunnel vom Zehen- bis zum Knöchelbereich geführt. Oftmals findet man bei einem Schnürsystem eine Kombination aus diesen (Umlenk-) Elementen. Das traditionelle Bindungssystem hat sich bewährt, weil es einfach zu reparieren ist (neuer Schnürsenkel) und der Schaft flexibel und gezielt an bestimmten Fußregionen fixiert oder auch entlastet werden kann (LINK TIPP SCHNÜRRUNG).

Traditionelle Bindung
Schnell-Öffnungssysteme

Moderne Schnell-Öffnungssystem (quick release) findet man vor allem bei Trailrunning Schuhen. Es werden aber immer mehr Wanderschuhen oder -stiefeln damit ausgerüstet. Grundsätzlich kann man zwischen einfachen (z.B. Quicklace) und ausgefeilten Systeme (z.B. BOA) unterscheiden. Der große Vorteil beider Systeme ist, dass der Schaft schnell am Fuß fixiert und gelöst werden kann. Im Vergleich zum klassischen Bindesystem ist eine (provisorische) Reparatur aber nicht oder nur sehr bedingt möglich. So können normale Schnürsenkel nicht durch die sehr kleinen (einfache System) bzw. auch nicht erreichbaren Umleit-Elemente (BOA) geführt werden.

Schnell-Öffnungssystem
Zehschutzkappe und Geröllschutzband
  • Zehenschutzkappe: Je naturbelassener der Pfad umso wichtiger ist ein zusätzlicher Schutz der Zehen vor „Stock und Stein“. Es handelt sich um einen verstärkten Bereich um den Zeh herum. In der einfachsten Ausführung reicht die Kappe nicht über den Zehennagel.
Zehenschutzkappe
  • Geröllschutzband: Auf steinigen und unebenen Pfaden ist der unter untere Teil des Schaftes einer höheren Belastung ausgesetzt. Um Fuß und Material zu schonen, wird bei einigen Modellen ein Band aus robusteren Material direkt oberhalb der Sohle auf den Schaft aufgeklebt (z.B. Gummi). Oftmals verläuft dieses aber nicht um den ganzen Fuß herum und schützt nur Außen- oder Innenseite.
Wanderstiefel
Geröllschutzband (LOWA Tibet LL - unbezahlte Werbung)

Im unteren Teil des Schuhes befindet sich die Schuhsohle (sog. Schuhboden). Es handelt sich dabei um eine relativ starre Form direkt unter dem Fuß. Die Schuhsohle besteht üblicherweise aus mehreren Lagen bzw. Schichten:

  • (Teil) Deck(brand)sohle
  • Brandsohle (Innensohle)
  • Ausballung (Material zur Einebnung der Fläche, das zugleich als Dämpfung und Isolierung dient)
  • Zwischensohle
  • Laufsohle
Vibram Sohle

Die Laufsohle, oder auch Außensohle genannt, hat direkten Kontakt zum Untergrund hat. Je nach Untergrund und Einsatz werden unterschiedliche Anforderungen an sie gestellt:

  • Flexibilität (von besonders flexibel bis steif)
  • Haftung/ Rutschsicherheit
  • Durchstoßfestigkeit (Verletzungsschutz)
  • Abriebsfestigkeit (Haltbarkeit)
  • Wasserdichtigkeit
  • Atmungsaktivität.

Neben der Oberflächengestaltung bzw. dem Sohlenprofil entscheidet vor allem das Material über die Eigenschaften der Laufsohle. Je härter die Laufsohle, desto robuster und haltbarer ist sie. Allerdings fühlen sich harte Laufsohlen oftmals rutschiger auf dem Untergrund an. Besonders weiche Laufsohlen haben meist ein sehr gutes Abroll- und Haftungsverhalten, nutzen sich aber auch schneller ab.

Traditionell bestehen die meisten Laufsohlen aus vulkanisierten Naturkautschuk (Gummi). Es ist besonders langlebig und vielseitig. Im Vergleich zu PVC hat es eine herausragende Dehnbarkeit und ausgezeichnete Tieftemperatureigenschaft sowie eine überlegende Beständigkeit gegen Rutschen. Seine höhere Dichte macht es scharfkantigen Gegenständen schwer es zu Durchstechen und Zerschneiden. Der Nachteil ist jedoch das höhere Gewicht. Zusatzstoffe verbessern die Steifigkeit und machen Gummi so auch für schwerere Wanderstiefel geeignet. 

Thermoplastisches Polymer (PVC) ist ein vielgenutztes kostengünstiges Material.  Modifikatoren wie Elvaloy verleihen PVC gummiähnliche Eigenschaften. Typischerweise wird PVC mit thermoplastischen Polyurethan (TPU) und zusätzlichen Komponenten gemischt, um es allem flexibler und abriebsfester zu machen.

Zwischensohle

Der Schuhboden besteht mindestens aus Lauf- und Innensohle. Um dem Schuh stoßabsorbierende und versteifende Funktionen zu verleihen, befindet sich zwischen Lauf- und Innensohle sogenannte die Zwischensohle. Je nach Anforderung besteht die Zwischensohle aus mehreren Lagen von Materialien mit absorbierenden und versteifenden Eigenschaften. Zwischensohlen sind vor allem bei Wander- und Bergstiefeln anzutreffen.

Ehtylen-Vinylacetat-Copolymere (EVAC; früher EVA) verleihen der Zwischensohle vor allem schockabsorbierende Eigenschaften. Die EVA-Zwischensohle besteht aus Tausenden von Luftblasen. Die Schaumstoff-Struktur ist nicht komfortabel sondern auch sehr leicht und vor allem auch kostengünstig. Bei Zwischensohlen werden oftmals unterschiedlich Dichte EVA-Lagen verwendet, um punktuell bessere Unterstützung zu bieten (z.B. im Vorderfuß). Die dämpfenden Eigenschaften von EVA-Sohlen lassen mit der Zeit allerdings nach und die Sohle wird härter.

Zwischensohlen mit Polyurethan-Schaum sind steifer und schwerer aber vor allem haltbarer als EVA und teurer. Sie dämpfen weniger als EVA-Sohlen, aber behalten ihre Fähigkeit wesentlich länger. PU kommt daher verstärkt bei schwereren Wander- bzw. Bergstiefeln zur Anwendung. 

Jede PU Sohle unterliegt einem natürlichen Änderungsprozess (Hydrolyse). Bei der Hydrolyse Verdampfen die Weichmacher aus der Sohle und sie wird härter. Durch die Abrollbewegung des Fußes bricht die Laufsohle von dem sich zerbröselnden PU ab. Hochwertige PU Schuhe halten in der Regel 7 bis 10 Jahre.

Gelenkfedern bzw. Gelenkstücke sind 3-5mm dicke Einsätze, welche sich zwischen der Brand- und Zwischensohle befinden und der Zwischensohle zusätzliche Steifigkeit verleihen sollen. Sie variieren stark in der Länge und erstrecken sich über die Hälfte oder die komplette Sohle (z.B. schwere Wanderstiefel). Ursprünglich bestanden die Gelenkfedern aus Stahl. Aus Gewichtsgründen wurden die Stahlfedern weiterentwickelt und bestehen heutzutage meist aus Polyurethan (PU), Glasfaser oder auch Carbonfasern. Bei gleicher Steifigkeit konnten so insbesondere bei schweren Bergstiefeln enorme Gewichtseinsparungen erreicht werden.

Die Innensohle ist die oberste Sohlenlage und hat direkten Kontakt mit der Fußsohle. Die direkt zum Fuß ausgerichtete Seite wird Branddecksohle genannt und trägt maßgeblich zum Komfort der Fußsohle bei. Sie ist fest mit dem Schuh verbunden und nicht zu verwechseln mit der Einlegesohle. Beiden gemeinsam sind aber ihre Anforderungen:

  • Haltbar und leicht
  • antibakteriell/ -mikrobiell
  • saugfähig und feuchtigkeitsableitend

Die Einlegesohle ist eine lose zusätzliche Innensohle um die Eigenschaften der Innensohle zu verbessern oder gar zusätzliche Eigenschaften zu verleihen (z.B. mechanische Dämpfung, Größenausgleich, Stabilität, Isolierung, etc.). Bei Innensohlen aus synthetischen Materialien sollte man darauf achten sie zum Trocknen aus dem Schuh herauszunehmen, da sie Feuchtigkeit nicht absorbieren.

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Tourvorbereitung

  • Teil 1: Wie finde ich das funktional richtige Wanderschuhwerk? (derzeit in Bearbeitung)
  • Teil 2: Wie finde ich den individuell passenden Schuh (Abends probieren, einlaufen, Platz für die Zehen beim Abstieg, etc.) (wird noch erstellt)
  • Tricks und Tipps zur Schnürung (wird noch erstellt)
  • Tipp2 (wird noch erstellt)
  • Tipp 3 (wird noch erstellt)
  • Pflege (wird noch erstellt)
Letzte Aktualisierung durchAdmin_Ralf