Regenjacken

Regenjacke / Hardshell

Die Regenjacke, oder auch Hardshell genannt,  ist bei Outdoor-Aktivitäten eine der wichtigsten Bekleidungsstücke.
Wie der Name es bereits erahnen lässt, soll sie primär vor Regen bzw. allgemein vor Nässe durch äußere Einflüsse schützen.
Durch ihre Wasser- und Winddichtigkeit bieten sie neben Komfort aber vor allem Schutz gegen Auskühlung durch Nässe und Hautverletzungen. Ohne Regenjacke kann sich die  komplett durchnässte erste und zweite Bekleidungsschicht nicht nur einfach unangenehm anfühlen, sondern auch zu Verletzungen wegen eingeschränkter Koordination führen – im Extremfall sogar zu einer lebensbedrohlichen Unterkühlung des Körpers (Hypothermie).  Zusätzlich ist auch nicht zu unterschätzen, dass nasse Bekleidung die Haut aufweicht und anfälliger für Verletzungen und Keime jeglicher Art macht.

Heutzutage haben sich für Outdoor-Aktivitäten Funktions-Regenjacken (auch Hardshell genannt) aus synthetischen Kunststoff mit wasserdichten und atmungsaktiven Membranen bzw. Beschichtungen durchgesetzt. Leider sind insbesondere mikroporöse Membran-Jacken oftmals ökologisch bedenklich (Stichwort: PFC und Mikro-Plastik). 
Es gibt auch Jacken aus sehr eng gewebten Naturfasern und ökologisch weniger bedenklichen Membranen. Im Hinblick auf die Wasserdichtigkeit haben sie aber leider eindeutige das Nachsehen.

Geschichte der Regenjacke

Eine der ersten verlässlichen Regenjacken der Neuzeit waren die sog. Öljacken (Ölzeug). Diese aus Leinenstoff und/ oder Baumwolle bestehenden Jacken wurden vor allem in der Seefahrt genutzt. Ihre Wasserdichtigkeit erlangten sie indem die Oberfläche mit (Lein-) Öl imprägniert wurde. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde statt Öl auch Kautschuk verwendet. Eine regelmäßige Nachbehandlung war notwendig, um die Wasserdichtigkeit zu erhalten. Der Begriff Ölzeug wird auch heute noch für Seglerbekleidung genutzt – auch wenn diese aus moderne synthetischen Materialien bestehen.

Mit der Erfindung der industriellen Vulkanisierung wurden gummibeschichtete Jacken eingeführt, welche erstmals dauerhaft wasserdicht waren.

Jacken aus modernen synthetische Kunststoffe löstet die gummibeschichteten Jacken im 20. Jahrhundert ab. Sie waren leichter und widerstandsfähiger bspw. gegen Öle und Fette.  Heutige Kunststoffjacken sind durch ihre Membranen oder Beschichtungen zusätzlich auch noch atmungsaktiv.

Ölzeug

Membran oder Beschichtung

Moderne Regen-Funktionsjacken unterscheiden sich grundlegend nach ihrem Aufbau:

  • Membran (mehrlagiger Laminatgewebe) oder 
  • Gewebe mit einer PU-Beschichtung.

Wasserdichte Membranen und Beschichtungen haben ihre individuellen Vor- und Nachteile. Welche Art sinnvoll ist, hängt ganz stark vom Einsatzzweck der Jacke ab (ausführliche Hinweise in der Regenjacken-Beratung).

Die Begriffe Wasser- sowie Winddichtigkeit und auch Atmungsaktivität sind leicht irreführend. Sie vermitteln einen 100% Zustand. In Wahrheit geht es aber immer um das Ausmaß der Durchlässigkeit, d.h. wie stark wasser-, wind- oder wasserdampfdurchlässig ist ein Material.

Membranen oder moderne Beschichtungen sind  nicht ursächlich für die Wasserdichtigkeit (Link Outdoor-Wiki) sondern vor allem die Atmungsaktivität von heutigen Funktions-Regenjacken. 

Die Funktionsfähigkeit der Atmungsaktivität hängt jedoch ganz entscheidend von zwei Kriterien ab:

  • ein starkes Temperaturgefälle zwischen warmer Körper- und kühler Umgebungstemperatur (ca. 15 Grad Differenz).  Je höher der Temperaturunterschied desto besser. Das bedeutet aber, dass bereits bei Außen-Temperaturen von mehr als 15 Grad die Atmungsaktivität signifikant eingeschränkt wird.
  • optimale Abstimmung der Bekleidungsschichten. Die darunter liegenden Bekleidungsschichten müssen einen effektiven Abtransport von Wärme und Schweiß gewährleisten. Ein Bauwollshirt kann dies bereits stark einschränken.

Wichtig ist zu wissen, dass der Aufbau von Membranen und Beschichtungen den praktischen Nebeneffekt hat, dass sie auch winddicht bzw. kaum winddurchlässig sind. Umgekehrt jedoch sind winddichte Materialien nicht automatisch ausreichend wasserdicht (z.B. Windstopper für Softshells).

Regenjacken mit Membran

Moderne Funktions-Regenjacken mit Membran werden nach 2- oder 2,5- bzw. 3-Lagen Jacken unterschieden. Es mag etwas irreführend sein, aber all diese Jacken bestehen trotzdem aus 3 Schichten:

  1. Oberstoff
  2. Membran
  3. Futter oder Schutzschicht

Selten gibt es auch 4-Lagen Jacken. Bei ihnen gibt es noch eine zusätzliche Schicht zwischen der zweiten und dritten Schicht.

Wie der Name es erahnen lasst, handelt es sich hier um die äußere der 3 Schichten. Sie schützt die darunter liegenden Schicht(en) gegen äußere Einflüsse.

Der Oberstoff besteht entweder aus robusten Polyamid (Nylon) oder dem günstigeren Polyester. In jedem Fall sollte der Oberstoff eine wasserabweisende Oberfläche besitzen. Die wasserabweisende Eigenschaft verhindert zusätzlich, dass der Oberstoff sich selbst mit Wasser vollsaugt und unnötig schwerer wird („wetting out“). Die Oberschicht wird diesbezüglich mit einer sog. „dauerhaften Imprägnierung“ versehen – oft einfach mit DWR abgekürzt („Durable Water Repellent“). Da diese Imprägnierung nicht so dauerhaft ist, wie der Name es vermuten lässt, muss diese regelmäßig aufgefrischt werden. Die Aktivierung der Imprägnierung kann relativ leicht durchgeführt werden.

Ökologische Aspekte von DWR Imprägnierung

Die wirksamste Imprägnierung basiert auf per- oder polyfluorierten Carbone (PFC) – auch als Fluorcarbone bezeichnet. Neben der wasserabweisenden Eigenschaft sind sie sehr effektiv gegen Schmutz sowie öllige bzw. fettige Verunreinigungen. Allerdings sind sie ökologisch sehr bedenklich. Einige PFC-Stoffe – insbesondere die seit 2010 in der EU verbotenen langkettigen – gelten als krebserregend und/ oder hormonwirksam. Erschwerend kommt hinzu, dass sie nicht abbaubar sind und daher bereits in den abgelegensten Regionen nachweisbar sind. Die schädliche Wirkung von kurzkettigen PFC-Verbindungen ist (noch) nicht eindeutig belegt. Greenpeace erachtet diese ebenfalls als schädlich.

Mittlerweile gibt es bereits PFC-freie Imprägnierungen oder sogar biologische Alternativen (Wirkungsprinzip auf hauchdünner Wachsschicht).

Membranschicht

Das eigentliche Herzstück dieser Art von Regenjacken ist die Membranschicht. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Membranen:

  • Mikroporöse Membranen (z.B. Gore-Tex)
  • Geschlossenzellige Membran (z.B. Sympatex)

Beide Arten von Membranen haben eine ähnliche Wirkung, aber mit sehr unterschiedlichen Wirkungsprinzipien. Ihre Vor- und Nachteile im Vergleich zu beschichteten Regenjacken sind:

Vorteile:

  • stabiler und abriebsfester – halten länger wasserdicht)
  • höhere Wasserdichtigkeit

 Nachteile:

  • teurer
  • teilweise ökologisch bedenklich (siehe nächster Abschnitt)
Mikroporöse Membran

Mikroporöse Membranen bestehen meistens aus „gestreckten Teflon“ – fachlich korrekt ist der Begriff ePTFE (expandiertes oder gerecktes Poly-Tetra-Fluor-Ethylen).

Bekannte Marken sind Gore-Tex sowie eVent.

Der Ausgangsstoff PTFE besitzt bereits stark wassermeidend bzw. wasserabstoßend Eigenschaften. Zusätzlich führt die sehr geringe Oberflächenspannung des PTFE dazu, dass sich Wasser beim Kontakt zusammenzieht und Tropfen bildet. Durch das Weiterverarbeiten zu ePTFE verändern sich die Eigenschaften dahingehend, dass ein Material mit unzähligen winzigen Poren entsteht. Jetzt ist es nicht nur wasserdicht sondern auch atmungsaktiv. Die Poren sind jedoch wesentlich größer als ein einzelnes Wassermolekül (ca. 700 Mal), aber kleiner als ein gewöhnlicher Wassertropfen. Die Wasserdichtigkeit basiert also nicht auf der Porengröße sondern der wasserabstoßenden Eigenschaften von PTFE. 
Die Membran wird bei Gore-Tex noch mit einer Polyurethan Beschichtung von innen versehen, damit sie vor Schmutz und Fetten geschützt ist. Auf dieser Schicht kondensiert Schweiß und wird vom Dampfdurchgefälle durch die Membran getrieben. Bei den Membranen von eVent hingegen sind einzelne Fasern von einer Schutzschicht umhüllt. Wasserdampf kann somit direkt hindurch diffundieren ohne erst auf der PU kondensieren zu müssen (erhöhte Atmungsaktivität).

Im Produktionsprozess von PTFE zu ePTFE wird oftmals immer noch auf PFC-Stoffe zurückgegriffen. Zumindest die langkettigen Verbindungen gelten als ökologisch stark bedenklich und sind in der EU verboten. Die Meinung zu kurzkettigen ist derzeit noch uneinheitlich.

Erfreulicherweise will Gore bis spätestens Ende 2023 auf ökologisch bedenkliche PFC in sämtlichen Vorprodukten verzichten. Unter anderem wegen der oben genannten Aspekte darf Gore allerdings nicht behaupten, dass die Produkte  „umweltfreundlich“ wären (Unterlassungsklage von Sympatex).

Es gibt jedoch auch schon PTFE und PFC-freie Membranen. Die Leistungsfähigkeit von Gore-Tex und eVent erreichen sie (noch) nicht. Trotzdem weisen sie bereits jetzt schon sehr gute Werte auf.
Die bekannteste Marke ist Ceplex (Vaude).

Ein relativ neues Verfahren ist das sogenannte Elektrospinnen (auch nanospinning genannt). Dabei wird ein Polymer durch Tausende von winzigen Düsen gesprüht, um ein hochporöses Netz von „Nanolöchern“ zu erzeugen. Derzeit gibt es nur wenige Hersteller, die derartige Membranen anbieten (z.B. Polartec’s NeoShell, Ascent Shell von Outdoor Research sowie FutureLight von The North Face).

Die Funktionsfähigkeit von mikroporösen Membranen wird durch Verschmutzungen beeinträchtigt – insbesondere auch durch Schweiß. Es ist daher wichtig die Regenjacke regelmäßig  mit dem richtigen Waschmittel zu reinigen. 

Mikroporöse Membran (z.B. Gore-Tex, eVent)
Porenfreie Membran

Porenfreie – oder auch geschlossenzellig genannte – Membranen bestehen aus einer äußeren wasserabweisenden und einer inneren wasseranziehenden Stoffschicht. Die äußere wasserabweisende Schicht weißt keine Poren auf. Dafür aber viele winzig kleine Öffnungen – noch kleiner als Poren – die man sich eher wie dünnen Röhren vorstellen kann. Die untere wasseranziehende Schicht ist extrem saugfähig und nimmt den Schweiß auf.
Bei den dünnen Röhren kommt es zu dem sog. Kapillareffekt, d.h. die Diffusionsprozesse werden angeregt und der Schweiß gelangt in Form von Wasserdampf nach außen.
Diese Membranen bestehen meist aus PET (Polyetherester – komplett recyclbar und gesundheitlich unbedenklich) oder PU (Polyurethan).

Bekannte Marken sind Sympatex (PET) und Dermizax (PU).

Geschlossenzellige Membran (z.B. Sympatex)

Futter- oder Schutzschicht

Die Membranschicht muss von innen durch die sog. Futterschicht geschützt werden. Inwieweit diese Schicht mit den beiden darüber liegenden Schichten fest laminiert ist oder getrennt eingearbeitet wurde, macht den Unterschied aus ob wir von einer 2-, 2,5 oder 3-Lagen-Jacke sprechen. Mehr dazu im Folgenden Kapitel.

2-, 2,5- oder 3-Lagen Jacken

Um welche Art von X-Lagen Jacke es sich handelt, hängt davon ab wie die einzelnen Schichten mit einander verbunden sind bzw. wie ausgeprägt die innere Futter-Schicht ist.

2-Lagen Jacken

Die 2-Lagen Jacken sind die am häufigsten anzutreffenden Regenjacken. Hier sind der Oberstoff und die Membranschicht zu einer Schicht laminiert. Das (Netz-) Innenfutter ist von dieser Schicht losgelöst in die Jacke eingearbeitet.

Vorteile:

  • relativ preisgünstig
  • geeignet für leichte bis moderat anspruchsvolle Aktivitäten

Nachteile:

  • relativ schwer auf Grund des dickeren (Netz-) Innenfutters
  • weniger stabil (Futter reibt auf Membran- oder Beschichtungsschicht), daher nicht für schweres Rucksackgepäck geeignet
2 Lagen Jacke - Grafik oder Beispieljacke

Bei 3-Lagen Jacken sind Oberstoff, Membran bzw. Beschichtungsschicht sowie Futter- bzw. Schutzschicht zu einer Schicht laminiert. Insbesondere das Futter ist hauchdünn und kaum als Futter zu erkennen. 

Vorteil:

  • sehr robust und daher primär für Touren mit sehr schweren Gepäck bei erhöhten Niederschlag geeignet (z.B. Trekking in Skandinavien).
  • relativ leicht 

Nachteil:

  • sehr teuer
3 Lagen Jacke - Grafik oder Beispieljacke
2,5 Lagen Jacke

Im Aufbau sind die 2,5-Lagen Jacken den 3-Lagen Jacken sehr ähnlich. Allerdings haben sie keine richtiges Innenfutter sondern lediglich eine dünne innere Schutzschicht.

Vorteil:

  • sehr leicht
  • geringes Packmaß
  • atmungsaktiver als 3-Lagen-Jacken

Nachteil:

  • geringe Belastbarkeit, daher bedingt rucksacktauglich (nur für Touren mit leichtem Gepäck oder als Nothelfer in Gebieten mit wenig Regen)
2,5 Lagen Jacke - Grafik oder Beispieljacke

Regenjacken mit Beschichtung

Statt einer Membran kann auch eine Beschichtung in modernen Regenjacken zur Anwendung kommen. Genauer gesagt handelt es sich um eine sogenannte PU-Beschichtung (Polyurethan). Die Textilien werden mit einem dünnen Film aus PU versehen – entweder wird die gesamte Textilfläche oder die einzelnen Fasern damit versehen. Je nach Ausprägung kann ein Stoff so stark wasserabweisend oder sogar komplett wasserdicht sein. Zusätzlich macht es die Textilien reißfester, knickfester und abriebsfester.
Dank moderner Produktionsverfahren ist es heutzutage möglich atmungsaktives mikroporöse PU-Gewebe herzustellen.

Vorteile:

  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Material hält länger dicht als die Imprägnierung (DWR) des Oberstoffes bei Membranjacken
  • umweltfreundlicher als ePTFE-Membranen, welche mit (langkettigen) PFC-Stoffen gefertigt werden

 Nachteile:

  • nutzt sich schneller ab als Membran – weniger lange wasserdicht
  • weniger atmungsaktiv 
  • nicht jede Beschichtung ist atmungsaktiv – nur die mikroporöse Beschichtungen bieten diese Funktionalität
Beschichtung

Zusätzliche Merkmale

Neben den oben genannten Eigenschaften einer Regenjacke gibt je nach Einsatzzweck bzw. Aktivität und persönlichen Vorlieben weitere wichtige Merkmale:

  • Zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten 
  • Art des Reißverschluss
  • Taschen (z.B. Position & Größe)
  • Kapuze (inkl. Gesichtsschirm, Kinnschutz)
  • Bewegungsfreiheit und Schutz vor Wind, Regen, Schnee
  • Verstärkter Schultern- und Ellenbogenbereich

Zusätzliche Belüftung

Der entscheidende Unterschied einer moderner Regenjacke mit Membran oder Beschichtung im Vergleich zu früheren Modellen ist nicht ihre Wasserdichtigkeit sondern ihre Atmungsaktivität. Allerdings hat diese Atmungsaktivität derzeit noch Grenzen. Unter bestimmten Bedingungen genügt sie nicht, um den Schweiß vollständig nach außen zu transportieren (z.B. bei starker Anstrengung oder bei höheren Außentemperaturen). Viele moderne Regenjacken verfügen daher über zusätzliche Ventilationsöffnungen durch welche Wasserdampf direkt nach außen treten kann. Diese befinden sich an Stellen bei denen meist viel Schweiß auftritt und welche gleichzeitig vor direkten Regen geschützt sind. Die effektivste ist derzeit die Unterarmbelüftung in beiden  Achselbereichen mittels 2-Wege-Reißverschluss (siehe nächstes Feature). 

Unterarmbelüftung mit 2-Wege-Reißverschluss

Reißverschluss

Reißverschlüsse sind sehr praktisch, da sie nicht nur beim schnellen An- und Ausziehen helfen, sondern auch für eine schnelle Belüftung sorgen können. Sind die Schieber bzw. die Schiebergriffe zusätzlich noch mit längeren Strippen versehen, kann der Verschluss auch mit Handschuhen angepasst werden. Im Vergleich zum Klettverschluss zeichnen sie sich vor allem durch eine höhere Belastbarkeit aus. Zwischen folgenden Eigenschaften kann man Reißverschlüsse unterscheiden:

  • Technische oder abgedeckte Reißverschlüsse
  • Ein- oder Zwei-Wege Reißverschlüsse
  • Halb- oder komplett-durchgängigen Reißverschlüssen

Technische oder abgedeckte Reißverschlüsse

Es gibt zwei Arten um ein Reißverschluss wasserdicht zu machen:

  • Reißverschlüsse mit einer zusätzlichen Abdeckleiste oder
  • Technische Reißverschlüsse, welche bereits durch ihre Gestaltung wasserdicht sind. Sie sind leichter, da auf zusätzliches Abdeckmaterial verzichtet werden kann
Technischer wasserdichter Reißverschluss

Ein- oder Zwei-Wege Reißverschluss

Der klassische Reißverschluss schließt nur in eine Richtung – meist von unten nach oben. Der Zwei-Wege-Reißverschluss glänzt durch seine Vielseitigkeit:

  • Tragen von Klettergurten,
  • Flexiblere Belüftung (z.B. nur unteren Teil öffnen),
  • Erreichbarkeit von bestimmten Taschen.
2-Wege Reißverschluss

Halb- oder komplett-durchgängigen Reißverschlüssen

Die meisten Regenjacken haben von unten nach oben durchgehende Reißverschlüsse. Daneben gibt es aber auch durchaus Jacken mit einem Reißverschluss welcher nur den oberen Teil der Jacke abdeckt. Im unteren Teil, wo sonst der Reißverschluss wäre, befinden sich dann teilweise größere Taschen (z.B. für Kajak oder Radfahren).

Halbdurchgängiger Reißverschluss

Jackentaschen sind nicht nur unglaublich praktisch sondern teilweise auch unerlässlich. Je nach Aktivität und Komfortanspruch sind folgende Kriterien wichtig:

  • Erreichbarkeit bzw. Position:
    • oben oder/und unten (bei Rucksackhüftgurten oder Klettergurte sind nur oben liegende Taschen nutzbar),
    • vorne oder/und hinten (auf dem Rücken angeordnete Taschen sind nur bei Aktivitäten ohne Rucksack sinnvoll, z.B. Radfahren),
    • innen oder/und außen ( kleinere Gegenstände, welche nicht oft genutzt werden müssen, sind in den Innentaschen sicherer verstaut, z.B. Geldkarte oder -scheine; ).
  • Größe der Taschen: Je nach Aktivität und Temperatur sind große (Außen-) Taschen sehr nützlich.
  • Spezielle Funktionalitäten:
    • Musik: wer kabelgebundene Kopfhörer während seiner Aktivitäten nutzt, wird eine von außen zugängliche Tasche mit innenliegender Öffnung für das Kabel sehr schätzen.
    • Skipass- und Skibrillen: separate Taschen – teilweise auch mit Klarsichthülle.
hohe Taschen und Hüftgurt

Kapuze und Kragen

Nur bei wenigen Aktivitäten kann auf eine Kapuze verzichtet werden. Beispielsweise kann man beim Radfahren auch auf einen wasserdichten Helmüberzug /-cover zurückgreifen.

Neben Radfahren gibt es aber noch andere Outdoor-Aktivitäten, bei denen ein Helm nicht nur sinnvoll, sondern auch Pflicht ist. Sei es beim Alpin- oder Eisklettern oder auch beim Höhlenwandern. In diesem Fall muss die Kapuze helmtauglich sein. Das bedeutet sie muss ausreichend groß sein, um den Helm aufzunehmen. Über zusätzliche Einstellmöglichkeiten (z.B. Gummizüge), kann die Form dem Helm angepasst werden ermöglicht eine freie Sicht bei jeder Bewegung.

Empfehlenswert ist es eine Kapuze mit ausreichend großen und stabilen Gesichtsschirm zu nutzen. Ansonsten läuft das Wasser direkt ins Gesicht. Ein möglichst hochgezogener Kragenschutz mit integrierten Kinnschutz gepaart runden den Gesichtsschutz ab.

Gesichtsschirm und hoher Kragen
helmtaugliche Kapuze

Bewegungsfreiheit und Schutz vor Wind, Regen, Schnee

Regenjacken sind naturgemäß etwas weiter geschnitten bzw. sollen nicht hauteng am Körper anliegen. Es ist die dritte Bekleidungsschicht und sie wird nur situativ getragen. Je nach Temperatur und Aktivität können die Schichten darunter dicker oder dünner sein. Anpassungsbedarf kann es aber auch geben, wenn man Klettergurte oder dicke Handschuhe trägt. Um dennoch maximale Bewegungsfreiheit zu genießen und die Jackenöffnungen vor dem ungewollten Eindringen von kalter Luft, Regen oder gar Schnee zu schützen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Anpassung an den eigenen Körper. Die typischen Vertreter sind:

  • Kordelzüge und Handgelenk-Klettverschlüsse (inkl. Schneefang)
  • Unterarm- und Handgelenkzwickel
  • Daumen-Schlaufe

Am häufigsten trifft man verstellbare Kordelzüge an. Mit ihnen kann die Jacken-Weite am Kopf (siehe Kapuze), Hals, Brust, Taille oder auch Handgelenk einstellen. Für die Anpassung der des Ärmeldurchmessers am Handgelenk bieten viele Hersteller alternativ auch Klettverschlüsse – teilweise in Kombination mit eingenähten Gummizügen an.

Zum Schutz vor Schnee kann grundsätzlich der Taillenschnürzug dienen. Sollte das nicht genügen, weisen einige Modelle einen zusätzlichen innen eingenähten Schneefang auf.

Der Unterarmzwickel erhöht die Bewegungsfreiheit der Arme – insbesondere beim Strecken nach oben – ohne das die restliche Jacke nach oben gezogen wird (z.B. beim Klettern oder Radfahren). Es handelt sich hierbei meist um ein keilförmiges Stoffstück, welches unter den Armen eingenäht wird. Grundsätzlich ein eher unauffälliges Merkmal, aber sehr nützlich. Bei einigen Modellen wird ein Handgelenk-Zwickel eingenäht, um den Ärmel zu verjüngen und eng anliegender zu gestalten.

Eher seltener trifft man bei Regenjacken auf innenliegende Daumenschlaufen. Sie sorgen für einen besseren Sitz der Ärmel. Wesentlich häufiger sind diese aber bei Softshell- oder Fleecejacken anzutreffen. 

Verstärkter Schultern- und Ellenbogenbereich

Bei der Unterscheidung zwischen Membran- und Beschichtungsjacken hat sich gezeigt, dass nur 3-lagige Membranjacken bei hohen mechanischen Belastungen – beispielsweise von schweren Rucksackgepäck – geeignet sind. Um die Haltbarkeit und damit die Lebensdauer dieser Jacken entscheidend zu verbessern, verstärkt man den Bereich besonders strapazierte Stellen wie die Schultern, Hüfte und den Ellenbogen.

Regenjacke mit verstärkten Schulter- und Ellenbogenbereich

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Tourvorbereitung

  • Tipp1 (wird noch erstellt)
  • Tipp2 (wird noch erstellt)
  • Tipp 3 (wird noch erstellt)
  • Tipps für die Reinigung der Regenjacke und die Auffrischung der Imprägnierung des Oberstoffes (wird noch erstellt)
Letzte Aktualisierung durchAdmin_Ralf